Gefiederter Nachwuchs
Gefiederter Nachwuchs
Am 28ten August war es so weit: Nach vierwöchigem Brüten schlüpften drei Pfauenküken. Die Alt Henne hatte bereits zwei Nester mit insgesamt neun Eiern vorbereitet, saß dann aber auf dem mit drei Eiern. Dies ist bei Pfauen nicht unüblich. Es wird in diesem Zusammenhang von Scheinnestern gesprochen.
Nachdem die Henne den Neuankömmlingen ihren neuen Lebensraum nach und nach vorstellte, ergab es sich nach wenigen Tagen, dass uns ein verendender Pfau von Besuchern gemeldet wurde. Es wurde schnell klar, dass es sich um die Glucke handelt, da weder sie noch ihre Küken zu finden waren. Nach langer, erfolgreicher Suche war es mit Hilfe von Besuchern möglich, die drei Kleinen wieder zurück in den Stall zu treiben. Die Henne wurde in großer Entfernung vom Stall auf der Rotwildweide verendet gefunden.
Zunächst glaubten wir an einen Angriff durch einen Greifvogel. Erst eine Woche später erfuhren wir von dem Besucher, der den Verlust beobachtet und im Waldhotel gemeldet hatte, dass es das Rotwild selbst war, das dem Vogel zum Verhängnis wurde.
Vermutlich war sie über den Zaun zum Rotwild geflogen, weil ihre Kleinen durch die Maschen geschlüpft waren, wo sie sich einer mehrköpfigen Herde Vierbeiner gegenübersah. Was für das Rotwild ausschlaggebend war, dass es die Henne angriff, ist unklar. Klar hingegen ist, dass die Henne leicht gehbehindert und laut Züchter flugunfähig war. Letzteres konnte sie in ihrer Notlage widerlegen – dennoch war sie vollkommen untrainiert.
Leider verringerte sich auch die Zahl der Küken im Laufe der nächsten Tage durch die fehlende Betreuung der Mutter, sodass nur noch ein Überlebendes von uns Tierpflegern zu Hause mit der Hand aufgezogen wird. Bei erfolgreicher Aufzucht soll der Jungvogel wieder in den Pfauenbestand integriert werden, sobald er kräftig genug ist.
Schließlich war es für uns Betreuer eine lehrreiche Gelegenheit, Vorkehrungen für die Brutsaison im kommenden Jahr zu treffen.
Sollten Sie einmal Zeuge eines Ihnen ungewöhnlich vorkommenden Ereignisses werden, scheuen Sie sich nicht, den direkten Weg über einen Anruf bei den Tierpflegern zu wählen. Dann können wir durch gezielte Fragen die Möglichkeit zur Hilfe vergrößern.
Die Mobilfunknummer finden Sie auf unserer Homepage.